Arbeiten mit Lachgaseinspritzung
Andreas Glenz ist vernarrt in schnelle Zweiräder - Traumberuf gefunden
Bild: Lehrling Andreas Glenz (18) bei der Abgasmes-sung, um exakte Werte zur Leistungssteigerung zu bekommen. Foto: Robin Rohtweiler
Angefangen hat alles mit 13 Jahren - damals mit einer "Vollcross", einem Geländemotorrad, das für Wettbewerbe ausgelegt ist. Durch learning-by-doing erkannte der heute 18-jährige Andreas Glenz aus St. Georgen schnell den Spaß am "Schrauben". Als es dann in der 7. Klasse um einen Praktikums-platz ging, kam der junge Schrauber durch Zufall auf eine Tuningwerkstatt für Motorräder in Unter-kirnach. Eine Werkstatt, die sich nicht nur auf Reparaturen von Motorrädern spezialisiert hat. Nach dem Praktikum bekam er dort einen Nebenjob und arbeitete drei Jahre lang als Aushilfe neben der Schule in der DZT-Tuning Werkstatt. Der Reiz lag besonders dabei, dass in dieser Werkstadt außergewöhnliche Dinge mit den Motorrädern angestellt wurden. Wie etwa Rennsporttuning und Messungen mit einem Prüfstand, ein Apparat, mit dem zum Beispiel genau die Beschleu-nigung, Höchstgeschwindigkeit und Abgaswerte gemessen werden können und von denen es - so ausgestattet - in Europa nur sehr wenige gibt. Mit den so ermittelten Werten können dann die Tuningarbeiten, einer der Hauptarbeitsbereiche in der Werkstatt, an Zweirädern vorgenommen werden. Dort wurde außerdem das schnellste Motorrad Europas mit Straßenzulassung gebaut. Außerdem fand er großes Gefallen an den Motorraddragstern.
Sein Chef Bernd Dietrich, der vor einigen Jahren Motorraddragster Vize-Europameister wurde und einige Dragster in seinem Geschäft ausgestellt, brachte ihn außerdem auf die Idee, sich einmal selbst auf die Rennstrecke zu wagen. Ziel bei solchen Rennen ist es, eine gerade Strecke in schnellstmöglicher Zeit zurück zu legen. Zehntel Sekunden entscheiden hier über Sieg oder Niederlage. Den jungen Zweiradmechaniker reizt dabei die unglaubliche Power und hohe Geschwindigkeit. Die Beschleunigung eines solchen Dragsters von 0 auf 100 Stundenkilometer liegt dabei meist unter einer Sekunde. Also wurde für ihn schnell klar eine Lehre in dieser Werkstatt zu beginnen. Nebenher besucht er noch die Hans-Kraut- Berufsfachschule in Villingen, um alles über den Beruf des Zweiradtechnikers zu erfahren. Nach der Lehre hat er große Pläne. Er würde gern in die USA reisen um dort bei "Cope-Racing", eine Firma, die sich mit schnellen Motoren auskennt, zu arbeiten, um neue Erfahrungen zu sammeln. Der junge Mann will dieses Jahr das Abi auf jeden Fall nachmachen, um später vielleicht studieren zu können. Der Reiz für ihn als Zweiradtechniker bei der Tuningwerkstatt liegt darin, besondere Arbeiten an Motorrädern vorzunehmen, wie etwa Turbolader-Einbauten oder Lachgaseinspritzung zu zerlegen und komplett neu aufzubauen. Er kommt dadurch mit Leuten aus der ganzen Welt zusammen, die zu ihm ins Geschäft kommen. "Ich bin froh, so eine tolle Lehrstelle gefunden zu haben, da es heutzutage schwer ist, etwas zu finden, was einem Spaß macht."
Robin Rothweiler